Nachdem wir Danzig am Vormittag noch ein wenig erkundet hatten, machten wir uns schließlich auf den Weg zum Hafen. Eigentlich wollte mein Mann sich dort noch das Museum Westerplatte anschauen. Wir waren bereits gegen 13:00 Uhr dort, stellten aber schnell fest, dass wir gar keine Lust mehr auf einen Museumsbesuch hatten.

Stattdessen nutzten wir die Zeit, um uns schon einmal unser Fährschiff von außen anzusehen.

Es war spannend zu beobachten, wie nach und nach die Autos von der ankommenden Fähre rollten. Zwischendurch stärkten wir uns noch mit einer Kleinigkeit zu essen und gingen kurz zum Strand, bevor das Warten begann.


Und das zog sich ganz schön. Den größten Teil der Zeit verbrachten wir tatsächlich im Auto und warteten gespannt darauf, dass es endlich losgehen würde.
Gegen 15:15 Uhr fuhren wir schließlich zum Check-in. Gemeinsam mit vielen anderen Fahrzeugen reihten wir uns in die Warteschlange ein und warteten gespannt, bis die Abfertigung begann. Erst um 16:00 Uhr öffneten sich die Schranken. Wir erhielten unsere Passagierscheine, erfuhren unsere Kabinennummer und durften endlich mit dem Auto auf die Fähre fahren. In diesem Moment wurde uns so richtig bewusst: Jetzt beginnt unser Abenteuer auf der Ostsee.


Vor uns lagen rund 18 Stunden Überfahrt bis nach Schweden.


Nachdem wir unser Auto auf dem Fahrzeugdeck geparkt hatten, machten wir uns direkt auf den Weg zu unserer Kabine. Sie war zwar klein und ohne Fenster, aber irgendwie unglaublich gemütlich. Zwei Etagenbetten, ein kleines Bad und alles auf engstem Raum , irgendwie total niedlich. Für eine Nacht war sie perfekt.


Natürlich konnten wir es kaum erwarten, das Schiff zu erkunden. Wir liefen neugierig über die verschiedenen Decks und warteten gespannt darauf, dass die Fähre endlich ablegte.

Als das Schiff langsam den Hafen verließ, war mein Mann ziemlich nervös. Er hatte schon seit Tagen Sorge, seekrank zu werden und stellte sich innerlich auf das Schlimmste ein. Zum Glück blieb diese Sorge völlig unbegründet – ihm ging es während der gesamten Überfahrt bestens.
Leider war das Wetter nicht besonders schön. Es war die ganze Zeit ziemlich neblig und teilweise konnte man kaum etwas erkennen. Ich musste die ganze Zeit an die Titanic denken und dachte nur: „Hoffentlich rammen wir jetzt keinen Eisberg.“ Total verrückt, aber der Gedanke ging mir einfach nicht aus dem Kopf.


Den Abend verbrachten wir ganz entspannt. Wir aßen an Bord, spazierten immer wieder über das Schiff, ruhten uns zwischendurch in der Kabine aus und schauten uns alles an. Später landeten wir sogar noch in der Borddisco. Viel los war dort zwar nicht und die Musik traf auch nicht unbedingt unseren Geschmack, aber wir hatten trotzdem unseren Spaß und tanzten einfach drauflos. Abends war es dann noch ein bisschen schöner, so dass wir auch noch den Sonnenuntergang sehen konnten.

Am nächsten Morgen waren wir bereits gegen 5:00 Uhr wach. Mein erster Gedanke? Kaffee! Also machte ich mich direkt auf den Weg zum Bordbistro – nur um festzustellen, dass ich noch fast zwei Stunden warten musste, bis es überhaupt öffnete. Das war vielleicht eine Enttäuschung.
Also gingen wir stattdessen an Deck. Und das war im Nachhinein genau die richtige Entscheidung.
Es war herrlich ruhig. Alle anderen Passagiere schliefen noch und es wurde langsam hell. Die Sicht war inzwischen traumhaft und in der Ferne konnten wir sogar Gotland erkennen.


Irgendwann öffnete dann endlich das Bordbistro. Endlich gab es Kaffee für mich und Frühstück für die Kinder. Frisch gestärkt verbrachten wir die letzten Stunden in der Kabine. Natürlich musste ich auch die ganze Zeit Urlaubstagebuch schreiben.


Gegen 11:00 Uhr gingen wir nochmal an Deck und beobachteten, wie Schweden immer näher rückte.

Kurz vor 12:00 Uhr erreichten wir schließlich Nynäshamn. Die Aufregung stieg von Minute zu Minute. Gegen 11:30 Uhr wurden alle Passagiere aufgerufen, zu ihren Fahrzeugen zurückzukehren. Wenige Minuten später öffnete sich das große Bugtor und wir rollten zum ersten Mal mit unserem Auto auf schwedischen Boden.


Ich muss ehrlich sagen: Die Fährüberfahrt war eines der schönsten Erlebnisse unseres gesamten Urlaubs. Die besondere Atmosphäre an Bord, die Vorfreude auf Schweden und die Ruhe auf der Ostsee haben diese Überfahrt zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Im nächsten Beitrag beginnt dann endlich unser Abenteuer in Stockholm. Wir zeigen euch unsere Unterkunft, erzählen von den ersten Eindrücken der schwedischen Hauptstadt und verraten, warum wir uns vom ersten Moment an in diese Stadt verliebt haben.
Eure Stephanie
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